FREUNDESKREIS STADTMUSEUM DARMSTADT E.V.

ALTSTADTMUSEUM HINKELSTURM

*** geöffnet von April - Oktober, samstags und sonntags von 14 - 16 Uhr ***

          1. Stadtgründung

          2. Die Nebenresidenz

          3. Die Alte Vorstadt

          4. Die Neue Vorstadt

          5. Die Mollerstadt

          6. Die Gründerzeit

          7. Das 20. Jahrhundert

      ©Freundeskreis Stadtmuseum, 2004

 

Ein Rundgang durch die Altstadt - ein direkter Vergleich zwischen einst und heute

Die Aufnahme von Ludwig Harbrecht, aufgenommen vom Dach des Wohnhauses Hölgesstraße 10,zeigt einen Rundblick der Innenstadt während des Vorbeifluges des Luftschiffes ‚Graf Zeppelin’ im Sommer 1938.

 

Aufgrund der schweren Zerstörungen des zweiten Weltkrieges aber auch durch weitreichende Umgestaltungen in der Zeit des Wiederaufbaus hat sich das Gesicht unserer Stadt innerhalb der letzten 60 Jahre zum Teil grundlegend gewandelt. Besonders deutlich sind diese Veränderungen in der ehemaligen Altstadt. Wir möchten Sie mitnehmen auf einen Rundgang durch dieses Gebiet. Die beste Möglichkeit, die Veränderungen zu erkennen, bietet dabei die direkte Gegenüberstellung alter Fotos aus der Zeit vor dem Krieg und neueren Aufnahmen aus der Zeit danach. Bei der untenstehenden Auswahl wurde immer versucht, bei den neuen Fotos den selben Standort einzunehmen, den jeweils die Fotografen vergangener Zeiten innegehabt hatten.

Der Rundgang beginnt am Museum Hinkelsturm, folgt dem Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer im Uhrzeigersinn, schert in die Alte Vorstadt aus und führt schließlich zum Hinkelsturm zurück. Der Verlauf des Rundganges und die Lage der einzelnen Stationen sind der nebenstehenden Karte zu entnehmen.

 

 

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

 

Der Verlauf der Stadtmauer vom Hinkelsturm in Richtung ‚Insel’.

Während Mauer und Turm direkt in die Häuser und Stallungen einbezogen waren, nehmen sie heute eine freistehende, fast isoliert wirkende Position ein. Der Raum davor wird heute als Parkplatz bzw. Grünfläche verwendet.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Das Geburtshaus Justus von Liebigs in der Großen Kaplaneigasse 30, geschmückt zu Ehren seines 100 Geburtstages im Mai 1903.

Kaum zu glauben, dass aus Liebig, von dem Direktor Stork am Pädagog noch meinte ‚aus dem Bub werd nix’, der größte Chemiker des 19. Jahrhunderts werden sollte. Das Haus, das bereits vor dem Krieg ein Museum war, wurde mitsamt dem Mobiliar bereits durch die ersten Bombenangriffe zerstört. Heute befindet sich exakt an dieser Stelle ein kleiner betonierter Ausgang aus der dortigen Tiefgarage

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Der Hinkelsstein in der Hinkelsgasse ragte bis in die Küche des dortigen Wohnhauses. Da er den Kindern der Altstadt viele Jahrhunderte zum spielen diente, ist seine Oberfläche auf dem ehemals der Straße zugewandten Teil noch heute glatt poliert.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Der Niebergall-Brunnen von Well Habicht steht seit dem 600jährigen Stadtjubiläum Darmstadts 1930 noch immer an der gleichen Stelle. Von der sonstigen Bebauung der ‚Insel’ ist dagegen nichts mehr erhalten. Im Westen wurde der Platz zudem seiner Rebebauung beraubt, als Ende der 70er Jahre der Durchbruch der Holzstraße erfolgte. Auch der Turm der Stadtkirche wurde verändert aufgebaut.

Foto: Dr. Wolfgang Martin

Die Turnhalle am Woogsplatz, eingeweiht im Jahre 1866. 

Die Brachfläche präsentierte sich dach dem Krieg jahrzehntelang in ungepflegten Zustand. Erst vor zwei Jahren wurde hier ein gepflegter Grünbereich zur Stadtmauer geschaffen. Die davor liegende Freifläche wird dagegen bis heute als unzureichend gestalteter Parkplatz genutzt.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die Kapelle des Stadtbaumeisters Hechler aus dem Jahre 1868. 

Der Bereich wurde bis 1828 als Friedhof genutzt. 1954 wurde die Ruine von der Stadt als Mahnmal für die Opfer des Krieges bestimmt. Auf der heutigen Grünanlage stehen noch vereinzelte Grabmäler, z.B. von Abbè Vogler und Johann Heinrich Merck.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Das Pädagog wurde 1607-1629 von Seyfried Pfannmüller in schlichten, dem Barock zugewandten Renaissanceformen erbaut. Es diente als Schulgebäude und war entsprechend die erste Lehranstalt für viele später berühmt gewordenen Darmstädter (Justus v. Liebig, Georg Büchner, Georg Christoph Lichtenberg etc.). Zwischen den Weltriegen beherbergte es das Stadtmuseum. Im Krieg schwer beschädigt, war es jahrzehntelang eine Ruine, von der  zum Schluss nur noch Teile des Treppenhauses  standen. 1979 begann unter Fritz Seipp die Aktion ‚Wiederaufbau Altes Pädagog’.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die Stadtkirche im Jahr 1899:

Die Kirche besitzt noch ihre alte Turmbekrönung sowie das in mehrere Einheiten unterteilte Dach des Kirchenschiffs. Durch die enge Kirchstraße schlängelt sich die Schiene der erst zwei Jahre zuvor errichteten Straßenbahn. Heute sind die Schienen Teil des breiten Holzstraßendurchbruchs, der 1980 im Rahmen des Baus für den City-Ring eröffnet wurde.

Foto: Stadt- und Kreisbildstelle Darmstadt

Blick auf die Nordseite des Marktplatzes:

Der Brunnen auf dem Marktplatz steht seit 1780 unverändert auf seinem Platz.

Foto: Stadt- und Kreisbildstelle Darmstadt

Blick auf die Südseite des Marktplatzes:

Das alte Rathaus wurde nach dem Krieg äußerlich rekonstruiert, die Stadtkirche in veränderter Form wiedererrichtet. Beim Wiederaufbau 1954 ließ Peter Grund die Ostzeile des Marktplatzes rechtwinklig zum Schloss errichten. Dadurch sollte das Rathaus besser zur Geltung kommen.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

1897 werden die Schienen der Straßenbahn in der Kirchstraße verlegt. Große und kleine Heiner stellen sich in Positur, als der ‚Hofphotograph Eduard Zinsel’ diese Aufnahme macht. Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts erfolgte der Durchbruch der Holzstraße als Teil des City-Rings. Dieser nahm auch die neue Trasse der Straßenbahn mit auf, die seit dem in einem weiter östlich gelegenen Bogen die Innenstadt umfährt. Die traditionelle Führung über den Marktplatz und durch die Kirchstraße gehört seit dem der Vergangenheit an.

Foto: Dr. Wolfgang Martin

Die goldene Krone und das gegenüberstehende ‚Fuchseeck’ (Metzgerei Fuchs) waren die einzigen Häuser der Kernaltstadt, welche die Zerstörungen unversehrt überstanden. Das ‚Fuchseeck’ wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit abgerissen. Die Gauben der ‚Krone’ wurden Ende der 60er Jahren entfernt und erst wieder in den 90er Jahren rekonstruiert.

Foto: Dia-Sammlung Lockow, Stadtarchiv

Blick vom Glockenturm des Schlosses über den nördlichen Teil der Altstadt in Richtung Mathildenhöhe:

Während auch hier früher das Gewirr der Altstadt mit dem Geistberg, der Brauerei ‚Zum goldenen Anker’ und dem Gefängnis prägend war, verläuft heute an dieser Stelle der Grünzug der Ollenhauer-Promenade.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die umgekehrte Blickrichtung zeigt den Verlauf der Schlossgasse vom Geistberg in Richtung des Glockenturms des Schlosses. Die Schlossgasse mündet auf den Schlossgraben. Während dieser früher eine ruhige Nebenstraße mit dicht an das Schloss heranrückender Bebauung war, ist der Schlossgraben heute Teil des vielbefahrenen City-Rings.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Seit 15 82 begann der Ausbau der Alten Vorstadt entlang der Alexanderstraße zwischen Dieburger Straße und Ballonplatz, später bis zum Schloss. Die Häuser gehörten zu einem aus der Renaissance hergeleiteten barocken Typen mit Schweifgiebeln breiten Toreinfahrten und kleinen Nebengebäuden.  Später wurden hier auch erste Bauten für die TH  und Kasernengebäude errichtet. Im Krieg wurde fast alles zerstört, am Ballonplatz hat man eine Häusergruppe restauriert. Im unteren Teil erhebt sich heute das TH-Hochhaus. Die Gebäude des Bereichs Bauingenieurwesen aus den 60er Jahren (rechts), wurden Ende 2004 für die dort geplante Kongresshalle abgerissen.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die Gebäude in der Magdalenenstraße gehören ebenfalls dem ersten Bauabschnitt der Alten Vorstadt ab ca. 1600 an. Die heutige Präsentation der Straße ist das Ergebnis von aufwendigen Restarieringsarbeiten in den 80er und 90er Jahren.

Foto: Stadt- und Kreisbildstelle Darmstadt

An der Rundeturmstraße befand sich das alte Gefängnis der Stadt in dem Ludwig Weidig, ein Mitstreiter Georg Büchners inhaftiert war. Den Krieg unzerstört überstanden, wurde es Anfang der 70er Jahre als ABM-Maßnahme abgerissen. Nur ein einzelnes Mauerfragment, das inzwischen unter Denkmalschutz steht, erinnert noch an das Gebäude. Auf der lange Zeit ungepflegten, als Parkplatz genutzten Fläche, wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts das Gebäude des Fraunhofer-Instituts errichtet.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Blick von der Landgraf-Georg-Straße nach Westen Richtung Schloss.

Deutlich erkennbar ist der beim Wiederaufbau geänderte Trassenverlauf. Während die Straße früher in Form einer S-Kurve auf das Schloss mündete, verläuft sie seit den 50er Jahren in einer begradigten Führung.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Das Zentralbad am Merksplatz am östlichen Rande der Altstadt, errichtet von August Buxbaum,  in den Jahren 1907-1909:

Jugendstilelemente mischen sich mit neuer Sachlichkeit. Im Krieg schwer beschädigt, präsentiert sich der Bau leider immer noch mit Notdach und fehlender Turmbekrönung. Zudem wurden die beiden kleinen Seitenflügel rechts und links sowie eine der hinteren Haupthallen abgerissen.

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